Willkommen

GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen COOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von COOPERATION verstanden ...
Unser Beraterin Genossenschaftsfragen: DEGP Deutsch-Europäischer Genossenschafts- u. Prüfungsverband e.V.
Weitere Informationen zu den Themen Genossenschaften, Coop, CoopGo, SmartCoop, WirKraft-Werke, usw. finden sie auf der Homepage des MMW Bundesverband der Cooperationswirtschaft e.V. Gern können Sie uns Ihre Fragen, Hinweise oder Beiträge zusenden.
Anmerkungen: A. Wir arbeiten mit der Bürgerbewegung CoopGo zusammen. Sie ist unabhängig und überparteilich. Sie vereint Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft. Diese eint Vision und Erkenntnis, dass Kooperation den Menschen mehr entspricht als Konkurrenz. Deshalb gibt sie Anregungen für eine "Welt in Kooperation". B. Zu den neuen Entwicklungen im Bereich Genossenschaften lohnt sich auch ein Besuch bei GenossenschaftsWelt - GenoNachrichten - CoopGo

03.04.2018

Geno-2.0 - Raiffeisen - CoopGo (Teil 1)



Frage:

Unsere Genossenschaft hat die Ideen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen intensiv diskutiert. Uns ging es vor allem darum, zu erkennen, was Genossenschaft heute bedeutet. Dann haben wir uns die „Westwälder Erklärung“ angeschaut und versuchten zu erkennen, was die „Nachfolger“ dazu für Ideen haben. Dort wird festgestellt: „Die Genossenschaften in Deutschland nehmen den 200. Geburtstags Raiffeisen zum Anlass, sich auf gemeinsame gesellschaftliche Ziele zu verständigen. Für diese Ziele wollen wir arbeiten und die Menschen begeistern. …

Fortsetzung der Frage(n)

Dann folgt das 1. Ziel:

„Die soziale Marktwirtschaft erhalten“.

Als wir das gelesen haben, brach nur noch Gelächter aus ….
Das kann doch nicht im Ernst die Aufgabe von Genossenschaften oder Genossenschaftsverbänden sein.

Hört sich nicht an wie: „Wir wollen unsere Krankheiten erhalten, damit es unseren Ärztegenossenschaften weiterhin gut geht“? ….

Haben diese Funktionäre überhaupt nicht begriffen, dass Genossenschaft eine „Miteinandervereinigung“ ist und „Marktwirtschaft“ nur eine bessere Umschreibung von „Konkurrenz“, und dass „Markt“ immer „Gegeneinander“ heißt, auch wenn er manchmal so „sozial“ auftritt? ….

Wenn man genauer in der Geschichte hinschaut, kann man dann nicht auch sagen, die „Raiffeisen-Ideen“ dienten – neben den betroffenen Menschen – zugleich auch dem Staat, dem es dadurch möglich gemacht wurde, so „nichtdemokratisch“ und „nichtsozial“ bleiben zu können, wie er damals war, ohne dass der Widerstand der Menschen diesen undemokratischen Staat „dahinraffte“?

Kann das nicht auch als eine „Stützung des alten Systems“ bezeichnen? …

Sollte nicht Genossenschaft heute ein Konzept für einen eindeutigen Wandel der Wirtschaft darstellen?

Dabei geht es um Kooperation und Überwindung des „Getues“, dass Konkurrenz sinnvoll ist. …

Hätte man von der „Westwälder Erklärung“ nicht erwarte müssen, dass Forderungen an die Regierung gegangen wären, eine Alternative zur „Konkurrenz-Gesellschaft“ zu schaffen? …

Und wie sehen sie das, dass so etwas auch noch in die Schulen gebracht werden soll? Wird den Schülern nicht damit gelehrt, dass „Konkurrenz“, wenn sie in schicker Verkleidung auftritt, nur eine „nette“ neue „Mode“ist? …

Muss man jetzt nicht eigentlich von Genossenschaftsverbänden klare Aussagen erwarten, wohin sich diese „Gegeneinander-Gesellschaft“ entwickeln soll? …

Zeigt die „Forsa-Studie“ – zeigt nicht auch, dass nur 4% der Menschen den Herrn Raiffeisen überhaupt kennen?

Warum fragt nicht, warum das so wenige sind?

Könnte das auch damit zusammenhängen, dass man bisher mit seinem Namen nicht wirklich Neues und Interessantes verbinden kann.

Gibt es nicht andere Umfragen, die zeigen, dass mehr als 60% der Menschen der Menschen in unserem Land mehr Miteinander wünschen. Und das meinen sie nicht nur im Unternehmen, sondern im ganzen Land?

Hätte man sich nicht eher trauen sollen, solche Fragen von „Forsa“ stellen zu lassen? Leider hatten die Auftraggeber wohl daran mal gerade wieder nicht gedacht 

Wir finden, das Getue um Herrn Raiffeisen ist einfach peinlich. Er wird als „Marken-Onkel“ missbraucht und alle fallen drauf rein.
Waren eigentlich die Feiern „Raiffeisen-100“ oder „Raiffeisen-150“ auch so „oberflächlich“? …

Wie beurteilen sie die Nr.5 Der „Westerwälder-Erklärung“ („Die demokratische Kultur beleben“)?  Interessant, oder?.
Ist es nicht interessant, dass zur Zielerreichung die Menschen in Genossenschaften aufgefordert werden, die Lösung lokaler Probleme in die eigene Hand nehmen? Und wie demokratisch ist das gemeint? …

Wie beurteilen sie,  dass gleichzeitig in zahlreichen Orten, die örtliche „Raiffeisen-Filiale“ geschlossen wurden bzw. noch weiterhin mehr geschlossen werden?
Wäre so auch Herr Raiffeisen vorgegangen? …

Wird nicht durch jede „Bank-Fusion“, den Bankgenossen der „geschluckten Bank“ ihr Vermögen sozusagen „enteignet“?

Wird so wirklich das Genossenschaftswesen in Deutschland weiterentwickelt, oder basteln nicht vielmehr die maßgeblichen Sponsoren dieser grandiosen „Raiffeisen-PR-Show“ (Bundesverband der Raiffeisenbanken und die „Konzernzentrale“ - DZ-Bank) bereits an eigenen Zukunfts-Bildern, die jedem überzeugten Genossenschaftler die Haare zu Kopf stehen lassen müssen? …

Würde der Herr Raiffeisen – wenn er heute dazu reden könnte, nicht sagen: Erspart mir bitte diese  „Peinlichkeit“?
Hätte Herr Raiffeisen nicht bereits den Antrag untersagt, Genossenschaften von der UNESCO schützen zu lassen?
Hätte er nicht vielmehr erkannt, dass nur das als „Weltkulturerbe“ zu schützen ist, was vom Untergang bedroht ist?

Sollen solche Aktivitäten nicht nur davon ablenken, zu zeigen, in welch problematischem Zustand die Vertreter von „Raiffeisen-200“ das deutsche Genossenschaftswesen – im Maßstab europäischer Länder – gebracht haben?

Hätte sich Herr Raiffeisen nicht geweigert überhaupt zu feieren, wenn er gewusst hätte, dass wir in Deutschland nur 8000 Genossenschaften haben, während – wir bei einem Vergleich zur Situation in der Schweiz – über 90.000 (!!!) Genossenschaften haben müssten? …

Ist es nicht eigenartig, dass in anderen Ländern – die keinen Raiffeisen hatten – die Realität in Bezug auf Genossenschaftsgründungen deutlich besser aussieht?
Ist das nicht eine komische Lage, zuzusehen, dass andere Länder wesentlich besser dastehen, obwohl man dort keine Raiffeisen-Nachfahren hatte? …

Nur gut, dass es immer mehr Menschen gibt, die nicht auf „Marketing-Maschen“ hereinfallen. Viele Genossenschaften denken auch (noch) nicht intensiver nach,  dienen als „Feigenblatt“ in „PR-Raiffeisen-Magazinen“ für Fortschritte, die keine sind. …

Was sagen sie zur Diskussion in unserer Genossenschaft, die darin gipfelte, dass man solchen Verbänden und Marketing-Agenturen, nicht überlassen kann, die Zukunft der deutschen Genossenschaften zu definieren?

Wird es nicht Zeit, dass mehr nachdenkliche Genossenschaften und bewusste Genossenschaftsmitglieder aufwachen, und deutlich machen, wie eine Alternative dazu aussieht?

Wie wichtig ist jetzt z.B. die Forderung nach einem Genossenschafts-Parlament?. …

Es kann doch nicht sein, dass diejenigen mit dem meisten Geld, einen Eindruck vermitteln können, der ganz und gar nicht dem Willen der Mehrheit der Menschen des deutschen Genossenschaftssektors entspricht.
Muss man jetzt nicht stattdessen die Regierung auffordern, eine eigene Befragung zur Lage der Genossenschaften in Deutschland zu starten um damit endlich einen breiten Diskurs der Genossenschaftsmitglieder in diesem Lande entstehen zu lassen? ….

Muss man den zahlreichen Genossenschafts-Instituten an deutschen Universitäten nicht das Recht absprechen, wissenschaftlich „frei“ über Genossenschaften zu forschen? Hängen diese Institute nicht am „Tropf“ von starken Finanzierern aus dem Raiffeisen-Konzern, insbesondere der DZ-Bank und der sog. Raiffeisen-Stiftung? …

Hat vielleicht die PR-Kampagne „Raiffeisen-200“ doch ihr Gutes?
Wurde nicht wenigstens erreicht, dass jede/r GenossenschaftlerIn, der/die dies „Schau-Laufen“ sich anschaut und etwas nachdenkt,  selbst erkennen kann, dass Genossenschaften in einem „Konkurrenz-Umfeld“ sich niemals wirklich entfalten können? Aber leider wird dazu in der „Westwälder Erklärung“ nichts gesagt.

Würde nicht diese „Westerwälder-Erklärung“ - aus heutiger Sicht – von Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen ganz sicher nicht so geschrieben sein und auch nicht unterschrieben worden sein? …

Kommt es jetzt nicht darauf ab, dass die Mitglieder in Genossenschaften auch selbst das Wort ergreifen und sich mit neuen Inhalten und Perspektiven befassen, damit wir nicht nur endlich wieder im europäischen Umfeld ernst genommen zu werden, sondern wird auch deshalb, damit das Genossenschaftswesen hier wieder Gestalt-KRAFT bekommt, um die zu erwartenden dramatischen Problemen der nahen Zukunft (die auch die Westwälder Erklärung sieht, aber ohne Antworten überzeugende bleibt) kooperativ und nicht konkurrierend zu lösen?

Was ist von einem Raiffeisen-Konzern zu halten, der vermutlich Pläne in der Schublade hat, wie viele Genossenschaftsbanken noch wegfallen müssen, wieviel mehr Kunstdünger noch über Baywa oder „Raiffeisen-Landhandel“ zu verkaufen wäre, obwohl die Wasserwirtschaft hartnäckig seit Jahren warnt, wie Landwirtschaft noch „intensiver“ werden könnte usw.?
Wird sich diese „Verbands-Verirrung“ nicht früher oder später selbst überflüssig machen? …

Was halten sie von folgenden Prognosen?

A.   Die möglichen Organisatoren von „Raiffeisen-210“ werden sich peinlich berührt zeigen, wenn den Menschen dann die Inhalte von „Raiffeisen-200“ vorgeführt werden. Sie werden nicht verstehen, warum man so blind sein konnte, eine solche oberflächliche „Westerwälder-Erklärung“ überhaupt zu verfassen. …
B.   Genauso sicher sind wir auch, dass die Schüler, die heute in von „Raiffeisen“ inszenierten „Schülergenossenschaften“ tätig sind, dann eigene Genossenschaften gegründet haben, die – anders als vom „Raiffeisen-Konzern“ gedacht - längst dazu übergangen sind, Verantwortung für gesamtgesellschaftliches  Handeln zu übernehmen. Schüler  wollen eigentlich schon jetzt wirklich kooperieren lernen, müssen sich jedoch mit Lehrmaterial auseinandersetzen, das nur einen kleinen Ausschnitt von echter Kooperation abbildet. …
C.   Der „Raiffeisen-Konzern“, die „Raiffeisen-Gesellschaft“, die „Raiffeisen-Institute“, die Genossenschaftsakademie, etc., werden in 10 Jahren in dieser Form nicht mehr bestehen …

Was halten Sie von unserem zusammengefassten Ergebnis?

Die „Raiffeisens“ haben bereits jetzt ihren „Höhepunkt“ überschritten. Sie werden sich entweder in den nächsten Jahren drastisch verändern müssen, oder wurden „historisch entsorgt“. …  

Wir jedenfalls in unserer Genossenschaft, sehen zu einem Genossenschafts-Parlament – jetzt erst Recht – keine Alternative. Über Genossenschaften zu reden, gehört nicht - ausschließlich, weil undemokratisch - in die Hände von Verbänden, sondern – maßgeblich – in die Verantwortung der Mitgliedern. …

Wie sehen sie das? (Bitte antworten sie so, dass wir die Antworten veröffentlichen können!)

(Hinweis der Redaktion:

Wie jeder sieht, ist aus der Frage fast ein „Referat“ geworden. Wir haben lange überlegt, dies überhaupt als eine Frage anzusehen. Zumindest sind es zahlreiche Fragen auf einmal geworden. Wir waren im Redaktionsausschuss nicht einer Meinung. Einige im  waren skeptisch, weil Fragen und Feststellungen sehr eng nebeneinander lagen.  Letztlich gab Ausschlag für eine Veröffentlichung, dass hier eine interessante Gelegenheit besteht, die „CoopGo-Transform-Sicht“ – zu verdeutlichen. Die Fragesteller scheinen eigentlich bereits klare Vorstellung zu haben, was zu ändern wäre und wie das „Neue“ aussehen könnte. Doch ist das wirklich so? Die Fragen sind eher Antworten, in Fragen gekleidet. Aus „CoopGoTransform-Sicht“ wissen wir jedoch, dass ein „kooperativer Wandel“ sich nicht zuvörderst in Kritik, sondern eher im Aufzeigen „faszinierender Alternativen“ auszeichnen sollte.
Jetzt bedarf es der neuen Bilder, damit die Menschen erkennen, was gemeint ist, um sich dann bewusst – zwischen Alternativen - entscheiden können)